Neuste Artikel

Depression ist ein Höllenhund.

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Das Handy klingelt und du gehst nicht ran. Du schließt die Augen, dein Herz klopft schnell und du spürst die Anspannung. Wann ist es vorbei, wann ist es vorbei, wann ist es endlich still, verdammt nochmal? Als es aufhört zu klingeln, greifst du danach und machst den Flugmodus an. Bitte lasst mich in Ruhe, wenigstens heute, wenigstens jetzt, wenigstens mal kurz, bis es wieder geht, okay? Okay...

Was ist, wenn man übrig bleibt?

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Meine Nachbarin wird in 2 Wochen 89 – und bis auf die Kinder, eine Bekannte und den Mann einer Freundin sind alle Leute, mit denen sie ihr Leben verbracht hat, tot. Das vergesse ich oft, wenn ich mein Leben so lebe und einkaufe und arbeite und mich verliebe und mich entliebe und Gassi gehe und mir wehtu und heile und atme und bin, doch letztens fiel es mir wieder ein, als ich ihr die Einkäufe in...

Lene nimmt Abschied.

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“Willst du mal anfassen? Das fühlt sich an wie diese Medizinbälle aus der Schule.” Lene* nimmt meine Hand und reibt sie immer wieder über ihren kahlen Schädel. “Wenn wir so weitermachen, kommt ein Flaschengeist aus deinen Nasenlöchern”, sage ich. – “Der kann mich dann gesund machen.” – “Ja.” – “Schade, dass es Flaschengeister nicht gibt...

Jürgen.

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Ich stand vor einer Ziegelmauer und war einigermaßen verwirrt. Es roch nach Stall, im Gebäude schräg gegenüber von mir sah ich wackelnde Pferdeöhrchen, links rankten Rosen und ein Hund lag faul in der Sonne. Hier sollte ich richtig sein? Ich rief noch einmal Die SMS auf, die mir Julian, der Bestatter von Thanatos Berlin, geschickt hatte. Doch, ich war richtig: Fuhrbetrieb Gustav Schöne, mitten in...

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was bedeutet das?

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Erika K. war 71 Jahre alt, als sie im Oktober 2002 eine schwere Hirnblutung bekam und infolge dessen ins Wachkoma fiel. Nur einen Monat vorher hatte sie mit ihren Kindern über Vorsorge gesprochen. Sie wolle niemals an Maschinen angeschlossen werden, nicht künstlich ernährt werden, das sagte sie ihnen. Eine schriftliche Patientenverfügung hatte sie noch nicht aufgesetzt – ein Fehler. Nach dem...

Wie spreche ich mit meinem Kind über den Tod?

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“Papa, wieso bewegt sich die Biene nicht mehr?” Lotte*, 4 Jahre alt, ist in die Hocke gegangen und schubbst eine starre Biene vorsichtig hin und her. “Schläft die?”, fragt sie ihren Vater. Sie befinden sich gerade auf dem Weg zum Kindergarten und David hat es eilig, da er zur Arbeit muss und schon ein bisschen spät dran war. Er überlegt kurz, sagt “ja, die schläft...

#5Fragen an: Creamspeak

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So, nach meiner Reise durch die Alpen geht es auch hier auf dem Blog weiter. Heute mit dem Podcast-Duo Creamspeak, bestehend aus Sebastian Maschuw und Max Röbel. 5 Fragen und 10 Antworten zu Leben und Tod: Was macht dir momentan am meisten Spaß in deinem Leben? Maschuw: Das Gleiche, was mir schon immer Spaß gemacht hat. Andere Leute zum Lachen bringen. Und sehr viel reden. Max: Kreativ sein zu...

“Eine Stunde Talk” im Deutschlandfunk

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Im April war ich beim Deutschlandfunk für eine Aufzeichnung für das Sendeformat “eine Stunde Talk”, die heute Abend ausgestrahlt wurde. Falls ihr das verpasst habt, könnt ihr euch hier noch einmal das komplette Gespräch anhören. Es geht erst ein bisschen um die Crowdfunding-Kampagne, die ich gestartet habe, danach sprechen wir über das Leben, den Tod und auch über Angst – und ja, auch...

#5Fragen an: Juna Grossmann

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Dieses Mal war die jüdische Bloggerin und Museums-Enthusiastin Juna Grossmann so lieb, mir fünf Fragen zum Leben und Sterben zu beantworten. Auf ihrem eigenen Blog “irgendwie jüdisch” schreibt sie über das Leben als liberale Jüdin in Deutschland, über Ausstellungen und das schwere Leben in der DDR, in der sie damals aufwuchs. Was bedeutet Glück für dich? Glück ist ein großes Wort...

Da, wo Lea hingeht, können wir nicht mit.

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“Ich hätte ja nie gedacht, dass Sterben so anstrengend ist. In Filmen sieht das immer so leicht aus.” – “Wie Geburten.” – “Stimmt. Die sehen in Filmen auch immer so leicht aus. Ganz schön gelogen, das alles.” Lea* stirbt – und es ist Schwerstarbeit. Ihr Körper fällt ihr in den Rücken, macht nicht mehr, was er soll, bereitet ihr Schmerzen. Unfair ist das alles...