Sternenkinder: Fehlgeburt, Totgeburt und Co. – wie gehe ich jetzt mit den Eltern um?

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Was ich immer wieder sehr häufig gefragt werde, ist: “In meinem Umfeld gibt es ein Sternenkind und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.”

Egal, ob es die Arbeitskollegin ist, die Nachbarn, der Bruder – es ist immer schwierig, die richtigen Worte zu finden und herauszufinden, wie man sich am besten verhält. Auch ich ging damals komplett unvorbereitet in meinen ersten Sternenkind-Einsatz hinein, da ich noch keine Ahnung hatte, was mich erwarten würde. Ich hatte Angst, nicht die richtigen Worte zu finden, verlegen zu sein, all das, da ich das Paar flüchtig kannte. Und was soll ich sagen: Ich bin ganz schön geschwommen. Das Paar hatte es damals nicht bemerkt, da sie mich inmitten ihrer Eltern und Geschwister kaum wahrnahmen, aber innerlich habe ich nur die ganze Zeit gedacht: Oh Gott, bitte sprecht mich nicht an.

Und genau das ist eins der Probleme, die mir Sterneneltern immer erzählen. Mittlerweile habe ich viele Sternenkind-Einsätze gehabt und bin entsprechend souverän im Umgang mit betroffenen Familien. Das kommt auch daher, dass ich immer sehr lange und intensiv mit ihnen spreche, während ich das Baby wasche, anziehe und für die Fotos vorbereite. Mittlerweile habe ich eine Ahnung davon, was die Eltern durchmachen und welchen Problemen sie im Umgang mit ihrem Umfeld ins Auge sehen müssen. Manche Eltern erzählen niemandem, dass sie überhaupt schwanger waren, wenn das Sternchen sehr früh im Bauch gestorben ist – ein Geheimnis, das nur das Krankenhauspersonal, sie und ich teilen. Wieso? Aus Angst, dass das Umfeld nicht damit umgehen kann. Die Sprachlosigkeit herrscht oft auf beiden Seiten.


Erst einmal vorweg: Trauer ist ein individueller Prozess. Das bedeutet, man sollte keine Angst haben, “falsch” oder “richtig” zu trauern, wenn einem sowas geschieht. Ich werde jetzt ein paar Ideen und Ansätze präsentieren, die aber absolut – keine – Allgemeingültigkeit haben. Das bedeutet: Als betroffene Familie muss es nicht sein, dass man sich so fühlt, wie es hier beschrieben wird. Es kann sein, dass manche Punkte zutreffen, andere nicht und einiges wird fehlen. Und nicht alle Tipps zum Umgang mit Sterneneltern passen zu jeder Person. Wenn ihr also nach Ratschlägen sucht, wie ihr am besten auf eure Freunde oder Verwandten zugeht, deren Kind gestorben ist: Überlegt einfach, welche der Ansätze zu ihnen passen würde, ihr kennt sie ja, und probiert es aus.


Die Trauer verwaister Sternenkind-Eltern

Trauer ist ein Prozess, der uns unser Leben lang in verschiedenen Situationen begegnen wird. Es ist gut und wichtig zu trauern, da das unsere Widerstandsfähigkeit stärkt. Wir lernen, mit Verlusten umzugehen, mit ihnen zu leben und uns nach und nach wieder den schönen Seiten des Lebens zuzuwenden.

Wie tief man trauert, hängt davon ab, wie eng die Bindung zu der Person war, wie die eigene psychische Situation in dem Moment ist, wie die Umstände sind. Es gibt hier keine Zeitangabe, die besagt: Aber jetzt musst du damit doch mal endlich durch sein!

Diesem Problem begegnen verwaiste Eltern sehr oft. Wenn ein Baby noch im Bauch, bei oder direkt nach der Geburt stirbt, “kennen” die Eltern das Baby oft als einzige. Das Kind fand in den Leben der sie umgebenden Personen “nicht richtig statt”, sodass es für das Umfeld schwer ist, das Ausmaß des Verlustes erfassen. Für die Eltern umgebende Personen ist das Baby nie in der wirklichen Welt angekommen, man kann nicht zusammen sitzen und Erinnerungen teilen, wie man es vielleicht beim verstorbenen Opa ist, die Eltern fühlen sich oft einsam und von den anderen abgeschnitten in ihrem Schmerz.

Da gerade das soziale Umfeld ein wichtiger Faktor in der Trauerbewältigung und maßgeblich daran beteiligt ist, einen gesunden Trauerprozess zu durchlaufen, ist das natürlich fatal. Bestimmt kennt ihr das geflügelte Wort: Es gibt nur einen Weg durch die Trauer, und zwar mitten hindurch. Wenn Trauernde dann auf Schweigen stoßen oder sich die Leute aus Ratlosigkeit oder Unsicherheit abwenden, ist es ein einsamer und kaum zu bewältigender Weg. Die Trauer wird vielleicht unterdrückt und nie richtig überwunden, was viel Leid nach sich zieht.

Oft sagen mir die Eltern: “Wir wollen es niemandem sagen, damit wir die anderen nicht traurig machen.” oder “wir schämen uns vor den anderen, die alle gesunde Kinder bekommen haben. Und wir haben es nicht geschafft.”

Das sind Dinge, die sie unbedingt mit ihren Vertrauten teilen sollten. Es erleichtert sie ungemein, das vor mir zugeben zu können, noch besser wäre es aber, wenn es im engeren Umfeld Bezugspersonen gibt, mit denen die Eltern das alles teilen können.

Damit ihr als Umfeld besser mit der Situation umgehen könnt, hier ein paar Tipps im Umgang mit Eltern, die ihr Kind noch im Bauch oder bei der Geburt verloren haben. Diese Ansätze habe ich aus meiner Sternenkind-Tätigkeit gewonnen, zum Teil habe ich selbst gemerkt, dass die Eltern das gerade brauchen oder sie haben es mir gesagt.

Was soll ich bei einer Fehlgeburt oder Totgeburt sagen?

  • Es tut mir leid.
  • Wenn ihr reden wollt, egal worüber – ich bin da. Bitte sprecht mich an.
  • Möchtest du mir von der Schwangerschaft erzählen?
  • Kann ich jemanden anrufen, den du dir jetzt hier her wünschst?
  • Ich verstehe auch nicht, wieso diese Dinge passieren. Aber es ist nicht eure Schuld.
  • Ich weiß gerade nicht, was ich sagen soll.
  • Nimm dir die Zeit, die du brauchst.
  • Kann ich etwas für euch tun?
  • Es ist okay, wenn du vor mir weinen musst. Ich würde auch weinen.

Gut gemeint, aber bitte nicht sagen:

  • Besser, dass es jetzt passiert als irgendwann später, dann wäre es noch schwerer.
  • Naja, ihr seid ja noch jung, das nächste Mal klappt es bestimmt!
  • Immerhin hast du ja 2 gesunde Kinder.
  • Es ist besser so, schließlich wäre es krank/missgebildet zur Welt gekommen.
  • Immerhin geht es dir gut.
  • Zum Vater: Du musst jetzt stark sein für deine Frau! (Und ihm damit die Möglichkeit der eigenen Trauer absprechen)
  • Ach, wein doch nicht. Es ist doch nicht so schlimm, es war ja noch früh.
  • Mittlerweile müsstest du aber schon drüber hinweg sein, es ist doch schon so lange her!

Was verwaiste Eltern jetzt brauchen

  • Platt und banal, aber wahr: Seid für die betroffenen Mütter und Väter da.
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  • Es ist okay, die Eltern auf den Verlust ihres Kindes anzusprechen. Es geht ihnen dadurch nicht schlechter (auch wenn sie vielleicht weinen), sondern es tut ihnen gut. Sie möchten dringend darüber reden. Sich abzuwenden hingegen tut weh und verursacht Leid.
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  • Gebt ihnen die Möglichkeit zu weinen, ohne sich schämen zu müssen. Vielleicht weint ihr sogar mit. Man muss nicht immer viele Worte finden, nach der Hand greifen und selbst sprachlos mit Tränen in den Augen dazusitzen reicht schon. Es zeigt: Auch, wenn ich jetzt keine Worte habe, die dir helfen können, fühle ich mit und bin da. Du bist nicht allein.
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  • Bitte nicht den trauernden Vater vergessen, egal, wie gefasst er wirkt. Wenn ich mit Vätern spreche, versuchen sie oft, ihre eigene Trauer kleinzureden. Sie vergleichen sich mit der Mutter und sagen mir: “Sie musste sogar eine Geburt hinter sich bringen, hat körperliche und seelische Schmerzen, da muss ich mich ja nicht so anstellen!”, oder: “Ich bin der Mann, ich hab das Kind nicht im Bauch gehabt, ihr geht es schlechter, ich komm schon klar.” Wenn sie dann das Gefühl bekommen, dass ihre eigene Trauer genau so berechtigt ist, tauen sie irgendwann auf und erlauben es sich selbst, mit den schwierigen Gefühlen in Kontakt zu treten und sie zuzulassen, was auch der Mutter hilft. Denn manchmal ist diese verletzt, weil sie das Gefühl hat, dass der Vater das verlorene Kind als “unwirklich” ansieht und es ihn nicht so tangiert.
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  • Wenn ich in den Kreißsaal oder ins Krankenzimmer komme, stelle ich das gestorbene Baby immer ins Zentrum. Ich schaue es mir sofort an, erkundige mich nach dem Namen und spreche ab da nie wieder über “die Schwangerschaft” oder “das Baby”. Ab da heißt es nur noch “Jonas” oder “Eduardo” oder “Marie”. Es ist sehr wichtig, den Eltern zu zeigen: Auch für mich ist das ein Mensch, ein Individuum, es ist euer Kind und ihr seid Eltern. Auch, wenn ihr jetzt ohne Kind nach Hause gehen müsst. Gerade der letzte Punkt ist enorm wichtig. Denn: Menschen, die ihr Kind verloren haben und keine anderen Kinder mehr haben, werden oft nicht als Eltern wahrgenommen. Es ist wichtig die Elternschaft der Personen explizit zu benennen und anzuerkennen.
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  • Fragt vorsichtig und sensibel nach Details der Schwangerschaft. Wenn ihr die betroffene Person gut kennt, könnt ihr euch auch danach erkundigen, was genau passiert ist. Ich war noch nie in einem Krankenzimmer, in dem mir die Eltern nicht sofort ALLES erzählt haben, es muss immer sofort raus. Von den schönen Momenten, wie als sie erfahren haben, dass sie schwanger sind, bis zum schmerzvollen Moment als festgestellt wurde, dass das Kind tot war. Die Erzählungen sind schön und schmerzhaft zugleich und es ist absolut okay, wenn ihr vom Zuhören weinen müsst. Es ist traurig, und wenn etwas traurig ist und wehtut, muss man eben manchmal weinen.
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  • In Zeiten seelischer Not sind Menschen verletzlicher, aber auf offener. Oft sind plötzlich Körperkontakt und Nähe wichtig, wo sie das vorher nicht waren. Als eine Freundin von mir ihr Kind verloren hat, saßen wir oft auf dem Sofa, sie in meinem Arm (sonst war das absolut nicht unser Ding) und haben stundenlang Spongebob geschaut. Ihr Freund hat sich dann oft dazugelegt und wir haben und zu dritt festgehalten.
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  • Extrem wichtig ist, dass in der Familie schon vorhandene Kinder nicht vergessen werden. Kinder trauern anders und haben ein großes Mitteilungsbedürfnis. Trauer macht selbstbezogen (was normal ist), es kann sein, dass die Eltern nicht merken, dass ihre Kinder vielleicht gerade mehr Aufmerksamkeit brauchen oder irgendwie untergehen in all dem Schmerz und Trubel. In diesen Fällen: Schnappt euch die Kinder und unternehmt was mit ihnen, um der gedrückten Stimmung zu Hause mal kurz zu entfliehen. Geht mit ihnen in den Zoo, setzt euch mit ihnen in ein Café, trinkt heiße Schokolade und fragt, wie es ihnen geht, veranstaltet Übernachtungsbesuche mit Deckenzelten bei euch, was immer euch einfällt.
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  • Oft trauen sich betroffene Menschen nicht, um Hilfe zu bitten. Die Hürde kann unendlich hoch sein. Auch ist es oft schwer, Entscheidungen zu treffen. Ihr könnt sagen: “Meldet euch, wenn was ist.” Besser ist es jedoch, konkret Dinge anzubieten. “Soll ich morgen vorbeikommen und wir reden ein bisschen?” oder “Wie wäre es, wenn ich dich morgen zum Kaffee trinken abhole?” Bringt man sie in die Situation, sich zu melden, tun sie es oft nicht. Sie empfinden sich selbst als Belastung und möchten niemandem auf die Nerven gehen oder Umstände machen. Zeigt ihnen, dass sie keine Belastung sind und ihr euch ehrlich freut, mit ihnen Zeit zu verbringen.
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  • Wenn die Eltern gerade eine Trauerphase durchmachen, in der sie bestimmte Dinge nicht mehr gut hinbekommen (Haushalt, Essen, etc.), bietet Hilfe an. Achtet jedoch darauf, zu unterstützen und nicht zu entmündigen. Statt ihnen alle Entscheidungen abzunehmen und alles zu regeln lieber versuchen, sie zu bestimmten Dingen zu ermuntern. “Ich komm morgen vorbei und dann bringen wir gemeinsam die Wohnung in Schuss, okay?” oder “Ich komm morgen mit Einkäufen vorbei, dann kochen wir gemeinsam, ja?”. Bitte auch nicht einfach Dinge tun, sondern immer alles abstimmen. Oft trauen sich die Betroffenen nicht, sich ihren Raum zu nehmen, obwohl es ihnen vielleicht zu viel ist, da sie denken: Es ist ja gut gemeint.
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  • Auch am Arbeitsplatz ist es wichtig, sich nicht abzuwenden und nicht so zu tun, als sei alles okay. Wenn zum Beispiel eine Kollegin betroffen ist, stellt ihr Blumen und eine Karte bei ihrer Rückkehr hin, sagt ihr, dass sie gerne reden kann, wenn sie davon anfängt, hört zu und überspielt es nicht. Wenn sie weint, legt ihr die Hand auf den Arm, nehmt sie in den Arm, weint mit, alles erlaubt. Wenn der Knoten mal geplatzt ist, wird es in den folgenden Tagen oft plötzlich unglaublich viel leichter, was nicht so wäre, wenn sie alles immer runterschlucken müsste und jeden Tag 4 Mal heimlich auf der Toilette weint.
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  • Setzt die Trauernden nicht unter Druck oder nervt sie mit Analysen, in welcher Phase der Trauer sie jetzt seien und wie es jetzt laut dem und dem Buch weitergehen müsste. Jeder trauert so lang, wie er oder sie braucht. Gerade heutzutage sind wir verwundert, wenn jemand nach 4 Wochen nicht wieder auf dem Damm ist. Dabei ist es ganz üblich, wenn die Trauer ein halbes Jahr, ein oder zwei Jahre anhält, je nach Schweregrad des Verlusts. Falls ihr euch Sorgen macht, dass der Trauerprozess zu lang anhält oder ungesunde Züge annimmt, sprecht behutsam mit den Personen über die Möglichkeit, sich einmal mit einem Therapeuten auszutauschen. Zeigt ihnen: Ihr habt alle Zeit der Welt, wir erwarten nichts Bestimmtes von euch, wenn ihr es nicht allein schafft, organisieren wir euch Hilfe.

Fehl- oder Totgeburt: Was verwaiste Eltern belastet

  • Das Schlimmste ist so zu tun, als sei nichts. Normalität vorspielen ist definitiv das, was Eltern jetzt nur isoliert und verletzt.
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  • Die gut gemeinten Sätze sagen, die ich oben schon aufgeführt habe, die aber eher schaden.
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  • Erwartungshaltungen und Maßstäbe an sie anlegen, wie sie zu trauern haben. “Also meine Schwester ist viel schneller zur Normalität zurückgekehrt.” Ebenfalls schlecht: Das Gefühl geben, dass die Eltern “falsch” trauern.
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  • Sie dauernd zwanghaft ablenken und damit von der Realität abschirmen in dem Glauben, es verursache Schmerz, wenn sie sich mit dem Tod ihres Kindes befassten.
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  • Durch all das den Trauerprozess an sich reißen.
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  • Genervt reagieren, wenn die Eltern “jetzt schon wieder damit anfangen”. Ihnen das Gefühl geben, sie seien eine Belastung oder sie machten einen traurig, zögen die Stimmung runter.

Mit Kindern über den Tod sprechen

Dem Thema werde ich noch einmal einen eigenen Beitrag widmen. Dennoch möchte ich euch ein paar Buchtipps zu dem Thema geben, weil ich das auch sehr oft gefragt werde:

  • “Vergebliches Warten – Familie Vogel und der Abschied für immer: Ein Buch für alle Kinder, die ein Geschwisterchen verloren haben.” von Verena Herleth (3-5 Jahre)
  • “Lilly ist ein Sternenkind – Das Kindersachbuch zum Thema verwaiste Geschwister” von Heike Wolter &‎ Regina Masaracchia (5-8 Jahre)
  • “Ente, Tod und Tulpe.” von Wolf Erlbruch (4-6 Jahre)
  • “Der Besuch vom kleinen Tod” von Kitty Crowther (ab 5 Jahren)
  • “Der Baum der Erinnerung” von Britta Teckentrup (ab 4 Jahren)
  • “Leb wohl, lieber Dachs” von Susan Varley (4-6 Jahre)
  • “Opas Reise zu den Sternen: Ein Kinderbuch zu Tod und Trauer” von Anja Kieffer & Katja Pagel (5-10 Jahre)

Hier gibt es Hilfe

Das hier sind Stellen, an die sich verwaiste Eltern wenden können:

  • Wenn ihr gerade erfahren habt, dass euer Kind oder das eurer Bekannten gestorben ist, kommen wir Fotografen von Dein-Sternenkind vorbei und machen kostenlos Erinnerungsbilder nach der Geburt.
  • Der Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V. bietet vielfältige Beratungsangebote.
  • Es gibt eine Menge Trauergruppen speziell für verwaiste Eltern und ähnliches. Googlet mal in eurem Wohnort danach.

Falls ihr betroffen seid: Was hat euch noch geholfen? Schreibt es mir gern in die Kommentare, damit eure Erfahrungen anderen Menschen helfen können. 🙂


Wenn ihr gut findet, was ich mache, könnt ihr mich unterstützen und mir über Paypal einen Kaffee schenken. Wobei das ein Trick ist, ich vertrage nämlich gar keinen Kaffee. Doch ich gebe viel Geld für Sternenkinder und ihre Familien aus (Fahrtkosten, Material, Porto für die Fotos, etc.), für Workshops, Ausbildungen und Therapie-Materialien, damit ich die Eltern in Zukunft nicht mehr zurücklassen muss, sondern weiter begleiten kann. Wenn euch der Content also gefällt, sagt gern hi und tragt etwas zu bei, damit hier alles wachsen und gedeihen kann. <3


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Über die Autorin

Jasmin Schreiber

Hallo, mein Name ist Jasmin und ich bin Autorin, Illustratorin und Journalistin in Berlin. Früher war ich mal Biologin und bin immer schon fasziniert von den Themen Tod & Sterben. Mittlerweile arbeite ich ehrenamtlich als Fotografin für Sternenkinder und als Sterbebegleiterin und möchte das Tabuthema "Tod" für eine breitere Öffentlichkeit zugänglicher machen!

29 Kommentare

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  • Liebe Jasmin,

    dieser Beitrag hat mich sehr berührt. Auch ich habe ein Kind in der Schwangerschaft verloren und es hat mir sehr zu schaffe gemacht, dass ich irgendwie mit niemandem sprechen konnte. Meine Eltern wollten es nicht hören, meinten ich solle mich nicht so anstellen und lieber darauf konzentrieren, ein neues Kind zu kriegen und die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Das war alles sehr schmerzvoll und erst 3 Jahre später mit einer Therapie konnte ich mit der Trauer abschließen.
    Dieser Text ist sehr wahr. Danke dafür.

    Penelope

  • Ich habe zwar kein Kind verloren, aber andere liebe Menschen auf tragische Weise. Mir haben damals auch viele gesagt, dass sie nicht wussten, wie sie reagieren sollen und deine Tipps sprechen mir in vielen Punkten aus der Seele. Vielleicht auch hilfreich: Trauernde oder ich wusste oft selbst nicht, wie ich mich fühle (zu viele Emotionen auf einmal) und was mir helfen könnte. Es geht also nicht so sehr darum, das Richtige zu sagen, sondern überhaupt etwas zu sagen, und damit nicht zu lange zu warten. Auch erinnere ich mich, dass es für mich am einfachsten war, wenn mir konkrete Optionen geboten wurden und ich nur “ja” oder “nein” sagen musste. Ähnlich hast du es auch formuliert, statt “Sag mir, wenn etwas brauchst”, eher ein: “Möchtest du, dass ich vorbei komme und dir ein Essen koche?” (Ja).

    Und: “Ente, Tod und Tulpe.” von Wolf Erlbruch ist ein wunderbares Buch über den Tod, sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene.

  • Danke für den tollen Beitrag! Unsere Tochter ist vor zwei Jahren überraschend 3 Tage nach der Geburt gestorben und ich bin nicht ansatzweise „darüber hinweg“ (mal davon abgesehen, dass ich das gar nicht möchte). Die meisten Menschen in unsrem Umfeld tun so, als hätte ich eine Fehlgeburt in der sechsten Woche gehabt. Für mich ist das Schlimmste wenn so getan wird als hätte es sie nie gegeben. Alles ist anders, seit sie tot ist, das versteht kaum jemand.
    Das einzige, was wirklich tröstet, ist wenn ich das Gefühl habe gesehen zu werden in meiner Trauer. Wenn ich über unsre Tochter und meine Liebe zu ihr sprechen darf.

    • Liebe Kira, es tut mir sehr leid, dass dir das passiert ist. Hast du überlegt, dir einen psychologischen Beistand in Form von Trauerbegleitung und/oder ähnlichem, oder eine Therapie zu holen, um das ein bisschen besser zu verarbeiten? Vielleicht helfen dir auch entsprechende Rituale, um das alles “echter” zu machen, vielleicht dadurch auch sichtbarer für andere. Vielleicht hilft dir ja auch der Austausch mit anderen Betroffenen, vielleicht in einem Trauerforum? Das sind nur spontane Ideen, die gerade in meinem Gehirn anklopfen. Ich hoffe jedenfalls, dass du einen Weg findest, das alles besser zu verarbeiten & wünsche dir alles Gute dabei <3

        • Liebe Kira,
          kennst du den Blog in-lauter-trauer.de ? Silke schreibt sehr einfühlsam. Sie arbeitet selbst auch als Trauerbegleiterin (auch via Skype). Auf ihrer “Neu hier” Seite kannst du gut anfangen zu lesen.
          Alles Liebe dir und euch! Es ist schön, dass eure Tochter bei euch einen Platz hat und ich wünsche dir, dass du Menschen hast, bei denen sie auch Gesprächsthema sein darf!
          Andrea

  • Meine 1. Fehlgeburt konnte ich erst mit einer Therapie richtig verarbeiten (die Trauer wurde von einem immensen Kinderwunsch abgelöst und ich hatte Depression aufgrund niedriger Schilddrüsenwerte); bei der 2. Fehlgeburt (jetzt knapp 5 Wochen her; Entwicklung in der 7. SSW stehen geblieben) hat es zum einen geholfen, dass die kleine Geburt zu Hause stattfand und wir unser Baby im Garten begraben haben, zum Anderen habe ich aus einem Glas bemalt für Teelichter – 2 Sonnen für meine Mädchen und 2 Sterne für meine Sternchen, je mit Jahreszahl darunter. Nun können wir für unsere Kinder eine Kerze anzünden. Und jeden Gedanken in einem Tagebuch niederschreiben hilft mir (auch das schreiben dieses Kommentares).

    • Liebe Rike, es tut mir leid, dass du zwei Kinder verloren hast. Aber ich finde es ganz wunderbar, dass du deine eigenen Rituale gefunden hast, um ein Andenken zu etablieren und zu bewahren und dich auch nicht gescheut hast, eine Therapie zu beginnen. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Liebe! 🙂

  • Liebe Jasmin,
    ich bin Religionslehrerin an einer Grundschule und danke dir sehr für deinen Text! Denn das Thema Tod wird in Klasse 4 von mir immer behandelt. Bis eben habe ich gar nicht daran gedacht, dass es möglicherweise SchülerInnen gibt, die so etwas erlebt haben. Sternenkinder sind leider ein Tabuthema in unserer Gesellschaft.

    Um sich bewusst zu machen, wie Kinder trauern, kann ich noch das Buch „Hat Opa einen Anzug an“ empfehlen.

    Liebe Grüße und vielen Dank für deine tolle Arbeit. <3

  • Du machst gute Arbeit.
    Die Entscheidung liegt einzig allein bei den Eltern, aber kannst du in deiner Tätigkeit versuchen, die Eltern zu überzeugen, offener mit dem Ereignis umzugehen? Weil die Häufigkeit ist so unfassbar hoch und niemand redet darüber und wenn es dir selbst passiert, dann fällst du aus allen Wolken und erst dann erfährst du hinter vorgehaltener Hand, wo es noch alles Sternenkinder gegeben hat. Ich finde mehr Öffentlichkeit würde vielen Eltern helfen. Zumindest wäre man gefasster darauf vorbereitet.
    Unser Sternenkind ist im April 2014 nicht mehr gewesen. Uns hat es komplett aus der Bahn geworfen.
    Mittlerweile haben wir aber eine Tochter die ein Jahr alt ist.

    • Lieber Stefan, danke, dass du eure Sternenkindgeschichte hier teilst. Es liegt mir nicht im Sinn, Menschen irgendwohin zu schubsen. Aber natürlich spreche ich mit den Eltern über diese Dinge, sofern sie sie thematisieren. Einmal hat ein Sternenpapa daraufhin seine Mutter angerufen, es ihr erzählt und sehr geweint. Es war für die Familie ein emotionaler und wichtiger Moment. Ich geh an die Sache ohne Agenda heran. Dinge passieren oder eben nicht. Und wenn Menschen das nicht teilen möchten, ist das okay. Wenn sie es dann doch teilen wollen, weil sie sehen, dass es mich zb nicht abstößt/schockt und ich ihnen erzähle, wie VIELEN Menschen das passiert: Umso besser.

      Alles Liebe dir und deiner Familie. Ganz besonders eurer Kleinen <3

  • Es stimmt, dass jeder anders trauert.Ich hatte zwei sehr frühe Fehlgeburten.Auf der einen Seite hat es mir (!) tatsächlich geholfen, dass es so früh war,und ich bin nach wie vor dankbar dafür, aber gleichzeitig hat es mich unglaublich traurig und wütend gemacht als die Ärzte und meine Schwiegermutter (vor bzw nach der Ausschabung ) entsprechend “sachlich und nüchtern” darüber geredet haben. Ich finde es auch furchtbar,dass man in diesem frühen Stadium den Embryo/Fötus nicht mit nach Hause nehmen und beerdigen darf. …
    Und ich weiß nicht,ob es nur mir so ging, aber ich habe mich so gefühlt als ob ich das Kind im Stich gelassen habe. Natürlich hatte ich Folsäure genommen, mich gesund ernährt etc etc und alles genauso gemacht wie bei unseren zwei Großen, es gab nichts, was ich mir TATSÄCHLICH vorwerfen hätte können, und trotzdem war das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben überwältigend.
    Wir haben 10 Monate nach der letzen FG doch noch eine wundervolle Tochter bekommen aber ich hatte quasi jede Sekunde dieser Schwangerschaft Angst um sie. Ich hatte immer wieder Blutungen und dachte jedesmal :Jetzt ist es wieder so weit… Ich habe mich 9 Monate lang kaum getraut zu atmen.
    Was ich persönlich noch hilfreich finde,oder hilfreich gefunden hätte: Selbst wenn die FG doch schon früh passiert ist, hat sich der Körper und der Hormonhaushalt der Mutter eben doch schon verändert. Darüber zu reden, wie leer, wie jäh sich das ungewollte Ende der Schwangerschaft anfühlt…eben auch rein körperlich….die Welt um einen rum mag sich nach ein paar Tagen schon wieder normalisieren,aber man selber blutet im wahrsten Sinn des Wortes immernoch.

    • Liebe Verena, diese Angst von Sternenmüttern nach einer Fehlgeburt kenne ich gut, da viele Frauen sie mir anvertrauen. Ich finde es sehr mutig, wie du das alles ausgehalten hast, das zeigt wieder, wie unfassbar stark wir Frauen sind. Und es ist auch toll, wie die Partner und Partnerinnen einen dabei unterstützen und ebenfalls Stärke zeigen. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Liebe! Vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte.

  • Liebe Jasmin,
    DANKE für diesen Blog zu diesem wichtigen und doch so traurigen Thema. Ich bin selbst Mama einer Sternentochter. Da wir sehr ländlich leben, hatten wir keine Sternkindfotografin. Allerdings hat unsere Hebamme und mein Mann einige Fotos gemacht – und diese sind für uns unendlich wertvoll. Die Idee mit der Sterbeamme finde ich ganz besonders toll! Du bist klasse – danke, dass es solche Menschen wie dich gibt.

  • Danke für deinen wundervollen Beitrag. Ich finde es schrecklich, dass dieses Thema immernoch so ein großes Tabu in unserer Gesellschaft ist, obwohl es so viele Frauen und Familien betrifft. Hier sollte viel mehr Austausch stattfinden, damit die entsprechenden Menschen wissen, dass sie nicht die Einzigen sind, denen das passiert ist.

    Was in der Liste der absoluten No Go’s noch fehlt, sind esoterisch angehauchte Kommentare wie “Das Kind hat sich dazu entschieden, dass es nur kurz auf der Welt sein will.” etc.

  • Liebe Jasmin,
    Ich habe diesen Sommer meine Neffen verloren. Ich war selbst zu dem Zeitpunkt hochschwanger und unsere Kinder wären fast gleich alt. Wir konnten sie zum Glück mit einer richtig schönen Trauerfeier verabschieden und haben zumindest ein Grab. Etwas, was ja leider immer noch nicht selbstverständlich ist. Und dank eurer Organisation haben wir wahnsinnig viele Bilder. In jedem Haushalt unserer Familie hängt oder steht mindestens eins.
    Ich kann nicht verstehen, wie man die Eltern mit sowas alleine lassen kann. Wir haben alle getrauert bzw tun es noch. Wir haben ja unsere Enkel, Neffen, Cousins, Kinder unserer Freunde verloren!
    Ich fände es schön, den ersten Geburtstag zu feiern. Mal sehen, was die Eltern dazu sagen.
    Danke für deine liebevolle Arbeit. Es ist so wichtig darüber zu reden <3
    Ps: interessanterweise hat bei uns der Vater (scheinbar) mehr getrauert. Vielleicht hat sie es schon auf irgendeiner Ebene gespürt und konnte sich schon etwas darauf einstellen. Na ja… Wie du sagst – trauert Jeder auf seine Weise.

    • Danke, dass du deine Geschichte mit uns teilst. Ich finde es großartig, wie ihr deine Neffen in eurer Familie aufgenommen und willkommen geheißen habt. Das ist für die Eltern bestimmt eine große Stütze. Euch allen weiterhin alles Liebe! <3

  • Liebe Jasmin, ich bin eine der Gründerinnen von Sternenzauber & Frühchenwunder e.V., ich erkenne so viel wieder. Täglich kämpfen wir für die Akzeptanz von verwaisten Eltern und Sternenkinder. Das kleine Sternchen in der Gesellschaft respektiert werden, dass Eltern ein offenes Ohr finden, eine Schulter zum anlehnen, etwas tröstendes.

    Wenn du magst kannst du uns über Facebook kontaktieren oder auch über unsere Homepage http://www.sternenzauber-fruehchenwunder.de

    Sei lieb gegrüßt,

    Mandy Kremer

  • Liebes Jasmin

    Du hast mir mit all dem do aus dem Herzen gesprochen!
    Ich hatte schon 8 Sternchen dieses Jahr und immer immer wieder ist es ein neuer Sprung ins Wasser.
    Ich habe nun einen Kurs über Trauer Begleitung bei Kindern gebucht und bin gespannt was ich dort neues lernen kann.
    Was gibst du für Kurse und was genau ist eine Sterbehebamme was du gerne machen möchtest?!
    Alles liebe
    Viel Kraft & ich schicke dir einen Kaffee ☕️!!!!

    Stephi aus Hessen

  • Hi Jasmin,

    Danke für diesen Artikel. Wir sind gerade am Anfang der Trauerphase. Missed abortion in der 12. SSW.

    Wir mussten eine schlimme Ausschabung im Krankenhaus auf der Neugeborenenstation über uns ergehen lassen. Ich denke, dass es wichtig ist, das medizinische Personal aufzuklären. Eine der Krankenpflegerinnin hat innerhalb einer Minute vier deiner don’ts vom Stapel gelassen. Es ist uns außerdem ein paar Mal passiert, dass von Ärzten oder Pflegern künstlich Anteil genommen wurde. Es ist ok, wenn sie nicht traurig sind. Ich wäre es auch nicht, wenn ich das jeden Tag x-mal sehen würde. Es ist aber gut wenn gefragt wird, wie es einem geht. Wenn man von einem Arzt das Gefühl bekommt, dass die Trauer normal ist und man über Hilfsangebote aufgeklärt würde, wäre das sehr hilfreich. Die sehen schließlich viele Menschen in derselben Situation.

    Eine andere Sache, die uns momentan schwerfällt, ist, dass wir viele Schwangere oder Eltern mit Neugeborenen im Freundeskreis haben. Speziell für Frauen kann es sehr schwierig sein, sich mit diesen (angehenden) Eltern zu treffen. Deswegen wäre es sehr schön von diesen gesagt zu bekommen, dass es kein Problem ist, wenn man sie erstmal nicht sehen möchte.

    Nochmals danke für deinen Artikel und deine Arbeit

    • Hallo Johannes, das tut mir sehr, sehr leid. Wenn gerade viel Kinder-Action im Freundeskreis ist, ist das natürlich ein Spießrutenlauf. Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht, um zu trauern und zieht euch zurück, soweit es nötig ist. Ich hoffe, eure Freunde und Bekannten verstehen das, sofern ihr sie einweiht. Ein Sterneneltern-Paar, das ich betreut habe, ist dann erst einmal 3 Wochen nach Dänemark in eine abgelegene Hütte am Meer gefahren, um zu trauernd und nicht erklären zu müssen, wieso sie sich momentan so rar machen. Das enge Umfeld war natürlich eingeweiht, alle anderen gaben sich zufrieden mit “wir sind im Urlaub”. Das war quasi Notwehr, aber ich finde die Idee gar nicht mal so schlecht. Ich hoffe, euch geht es bald wieder besser <3 🙂

  • Hallo,
    Mein Name ist Dijana und ich bin 23 Jahre alt. vor genau zwei Wochen brachte ich in der 40. Schwangerschaftswoche mein erstes Kind, meinen Sohn, Luka, tot zur Welt. Der Schock sitzt tief und Tag für Tag wird es immer schwierieger. Ich kann mich damit nicht abfinden, dass mein kleines Baby so kurz vir dem Termin gestorben ist. Die obduktion fand letzte Woche statt und mir wurde mitgeteilt, dass er kerngesund gewesen ist und ich ebenfalls, und dass sein Herz einfach so plötzlich stehenblieb.Mein FA meint,dass es höchstwahrscheinlich zu einer Placenta Insufficience gekommen sein muss, jedoch sagt das Krankenhaus dass dise nicht der Fall ist. Ich kann mich damit nicht abfinden. übermorgen begrabe ich meinen kleinen Engel. Ich habe schreckliche Angst davor. Ich liebe ihn so sehr, er ist so ein schönes Baby, jedes Baby ist wundervolk auf seine Art, und so unschuldig. Ich frage mich, womit er das verdient hat und die anderen Babies. es schmerzt so sehr. Alle um mich erwarten von mir, dass ich stark bin und mein Leben weiter leben soll wie früher. Das ist unmöglich. Der Gedanke daran, dass ich mein Kind begraben haben werde und dass ich ihm nicht hekfeon konnte. es tut so weh. Ich verurteile jeden Tag mich selbst für seinen Tot. Wieso konnte ich nicht wissen dass er vl erstickt ist als ich ihn das letzteMal spürte, da hatte er starken Schluckauf, ich lachte noch dazu, dachte wie süß das wäre und freute mich auf die Geburt. Am nächsten Tag merkte ich, dass er sich nicht bewegt. er hat sich einfach nicht den ganzen Tag bewegt. ich habe es zu spät erkannt. Es ist meine erste Schwangershaft. ich hatte alle Untersuchungen die ganzen neun Monate gemacht. Alle notwendigen und freiwilligen Untersuchungen und es war immer ein Lied, als ich die Befunde bekommen hatte. Weil immer alles perfekt gewesen ist. Ich habe Angst, dass ich kein lebendes Baby zur Welt bringen kann. Dass ich nie eine Mutter von lebenden Kindern sein werde. Dass ich vl in der nächsten Schwangerschaft mein Baby früher verliere. Das würde ich nicht aushalten. Das wäre mein Aus. Jetzt sitzt die Traue und die Sehnsucht für meinen Luka tief, tief zu tief. Ich vermisse ihn sehr. Ich weiß, dass kein neues Kind ihn ersetzen kann, aber ich will unbedingt so schnell wie möglich wieder schwanger werden. So schnell es geht. sobald mein Wochenbett vorbei ist. Ich möchte Mutter werden und nächstes Jahr ein Kind gebären, dass gesund sein wird und leben wird. Welches ich mit nach Hause nehmen kann und ihm oder ihr eines Tages von Luka, seinem großen Bruder erzählen kann. Der immer von der ganzen Familie geliebt sein wird.
    Die Familie meines Mannes beschuldigt mich für den Herzstillstand, weil ich RH-Negativ bin, aber ich habe in der 25. SSW eine nötige Spritze bekommen und ein paar Stunden nach der Geburt die zweite. ich will wieder auf die Beine kommen und den Tod meines Engels akzeptieren und ihn in Ruhe für immer schlafen lassen.
    Mrinen kleinen Schatz.
    Herzliche Grüße an alle Eltern die, das selbe erleben mussten oder erst später oder in der früheren SST. ❤️

    • Liebe Dijana, es tut mir sehr leid, dass du dein Kind gehen lassen musstest. Und auch, dass Menschen dich beschuldigen, daran Schuld gewesen zu sein. Lass dir sagen: Das ist nicht so. Niemand, wirklich NIEMAND ist schuld, wenn so etwas passiert. Du hast alles getan, was du als werdende Mama tun konntest, hast dein Kind so lange beschützt, wie es ging.

      Wenn du mal jemanden wegen deiner Ängste zum Reden suchst: Es gibt viele tolle Beratungsangebote für Menschen, die ein Kind verloren haben. Du kannst auch zum Beispiel einfach mal das Sorgentelefon (https://www.telefonseelsorge.de/) anrufen und anonym alles rauslassen, was dich bewegt. Vielleicht können die dir helfen, eine Beratung in deiner Region zu finden?

      Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute! Und bitte denk nicht, dass du schuld bist oder dass du nie ein gesundes Kind bekommen kannst. Das passiert so vielen Paaren, nur reden so wenige darüber, dass man immer denkt: Alle kriegen gesunde Kinder, nur ich nicht! Das ist nicht so.

      Alles Liebe
      Jasmin