Ein Blog über das Leben, das Sterben und alles, was dazu gehört.

Ich habe eine schlechte Nachricht für dich: Du wirst sterben. Ich übrigens auch, genau so wie mein Hund, mein Hamster und meine Topfpflanze am Fenster, die ich zugegebenermaßen mal wieder gießen könnte. Das macht natürlich Angst – und deshalb schreibe ich, Jasmin Schreiber, diesen Blog. Damit wir uns das Sterben anschauen und zumindest erahnen können, was uns alle erwartet.





Lene nimmt Abschied.

Lene nimmt Abschied.

“Willst du mal anfassen? Das fühlt sich an wie diese Medizinbälle aus der Schule.” Lene* nimmt meine Hand und reibt sie immer wieder über ihren kahlen Schädel. “Wenn wir so weitermachen, kommt ein Flaschengeist aus deinen Nasenlöchern”, sage ich. – “Der kann mich dann gesund machen.” – “Ja.” – “Schade, dass es Flaschengeister nicht gibt.” Lene nimmt Abschied. weiterlesen

Jürgen.

Jürgen.

Ich stand vor einer Ziegelmauer und war einigermaßen verwirrt. Es roch nach Stall, im Gebäude schräg gegenüber von mir sah ich wackelnde Pferdeöhrchen, links rankten Rosen und ein Hund lag faul in der Sonne. Hier sollte ich richtig sein? Ich rief noch einmal Die SMS auf, die mir Julian, der Bestatter von Thanatos Berlin, geschickt Jürgen. weiterlesen

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was bedeutet das?

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was bedeutet das?

Erika K. war 71 Jahre alt, als sie im Oktober 2002 eine schwere Hirnblutung bekam und infolge dessen ins Wachkoma fiel. Nur einen Monat vorher hatte sie mit ihren Kindern über Vorsorge gesprochen. Sie wolle niemals an Maschinen angeschlossen werden, nicht künstlich ernährt werden, das sagte sie ihnen. Eine schriftliche Patientenverfügung hatte sie noch nicht Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was bedeutet das? weiterlesen

Wie spreche ich mit meinem Kind über den Tod?

Wie spreche ich mit meinem Kind über den Tod?

“Papa, wieso bewegt sich die Biene nicht mehr?” Lotte*, 4 Jahre alt, ist in die Hocke gegangen und schubbst eine starre Biene vorsichtig hin und her. “Schläft die?”, fragt sie ihren Vater. Sie befinden sich gerade auf dem Weg zum Kindergarten und David hat es eilig, da er zur Arbeit muss und schon ein bisschen Wie spreche ich mit meinem Kind über den Tod? weiterlesen

“Eine Stunde Talk” im Deutschlandfunk

“Eine Stunde Talk” im Deutschlandfunk

Im April war ich beim Deutschlandfunk für eine Aufzeichnung für das Sendeformat “eine Stunde Talk”, die heute Abend ausgestrahlt wurde. Falls ihr das verpasst habt, könnt ihr euch hier noch einmal das komplette Gespräch anhören. Es geht erst ein bisschen um die Crowdfunding-Kampagne, die ich gestartet habe, danach sprechen wir über das Leben, den Tod “Eine Stunde Talk” im Deutschlandfunk weiterlesen

#5Fragen an: Juna Grossmann

#5Fragen an: Juna Grossmann

Dieses Mal war die jüdische Bloggerin und Museums-Enthusiastin Juna Grossmann so lieb, mir fünf Fragen zum Leben und Sterben zu beantworten. Auf ihrem eigenen Blog “irgendwie jüdisch” schreibt sie über das Leben als liberale Jüdin in Deutschland, über Ausstellungen und das schwere Leben in der DDR, in der sie damals aufwuchs. Was bedeutet Glück für #5Fragen an: Juna Grossmann weiterlesen

Da, wo Lea hingeht, können wir nicht mit.

Da, wo Lea hingeht, können wir nicht mit.

“Ich hätte ja nie gedacht, dass Sterben so anstrengend ist. In Filmen sieht das immer so leicht aus.” – “Wie Geburten.” – “Stimmt. Die sehen in Filmen auch immer so leicht aus. Ganz schön gelogen, das alles.” Lea* stirbt – und es ist Schwerstarbeit. Ihr Körper fällt ihr in den Rücken, macht nicht mehr, was Da, wo Lea hingeht, können wir nicht mit. weiterlesen

#5Fragen an: Dominik Eulberg

#5Fragen an: Dominik Eulberg

Dominik Eulberg wird den meisten von euch als DJ und Musikproduzent geläufig sein. Doch er ist viel mehr als das – er ist Ökologe und Naturschützer, Fledermausbotschafter für den NABU und überhaupt einfach ein Naturenthusiast. Statt jedoch in einer fancy Altbauwohnung in Berlin-Neukölln zu wohnen und sein Leben durchzufeiern, lebt er zurückgezogen mitten in der #5Fragen an: Dominik Eulberg weiterlesen

Ehrenamt – weil es allein einfach nicht geht.

Ehrenamt – weil es allein einfach nicht geht.

Gerade bin ich wieder in Bereitschaft. Ich sitze hier neben einer gepackten Krankenhaustasche, das Handy ist auf laut gestellt, es ist Freitagabend und ich bin nicht verabredet. Ich bin in Klausur, in Kontemplation, ich bereite mich auf den Sternenkind-Einsatz vor, der vor mir liegt. Wenn der Alarm los geht, klopfe ich mich kurz ab. Ziehe Ehrenamt – weil es allein einfach nicht geht. weiterlesen