Ein Blog über das Leben, das Sterben und alles, was dazu gehört.

Ich habe eine schlechte Nachricht für dich: Du wirst sterben. Ich übrigens auch, genau so wie mein Hund, mein Hamster und meine Topfpflanze am Fenster, die ich zugegebenermaßen mal wieder gießen könnte. Das macht natürlich Angst – und deshalb schreibe ich, Jasmin Schreiber, diesen Blog. Damit wir uns das Sterben anschauen und zumindest erahnen können, was uns alle erwartet.





Renate kommt ins Heim

Renate kommt ins Heim

Rommée Hand. War ja wieder klar, denke ich und rechne meine Niederlage im Kopf zusammen. “War ja wieder klar”, sagt Renate* und schiebt ihre Karten langsam auf einen Stapel, “beim Kartenspielen haben Sie leider kein Glück”. “Auch sonst ist es eher schwierig”, sage ich und schreibe 184 Punkte auf. Renate und ich haben viel gemeinsam, Renate kommt ins Heim weiterlesen

Kaspars Bruder ist gestorben.

Kaspars Bruder ist gestorben.

“Was magst du besonders an deinem kleinen Bruder?” Kaspar* überlegt und schaut unsicher auf das kleine Bündel hinab, das in meinem Arm liegt. Dann schaut er zu mir, sein Blick sagt: Ich vertraue dir nicht. Er wendet sich ab und versteckt sich hinter seinem Vater. In meinem Arm liegt Leon*, der leider aufgrund eines Herzfehlers Kaspars Bruder ist gestorben. weiterlesen

Depression ist ein Höllenhund.

Depression ist ein Höllenhund.

Das Handy klingelt und du gehst nicht ran. Du schließt die Augen, dein Herz klopft schnell und du spürst die Anspannung. Wann ist es vorbei, wann ist es vorbei, wann ist es endlich still, verdammt nochmal? Als es aufhört zu klingeln, greifst du danach und machst den Flugmodus an. Bitte lasst mich in Ruhe, wenigstens Depression ist ein Höllenhund. weiterlesen

Lene nimmt Abschied.

Lene nimmt Abschied.

“Willst du mal anfassen? Das fühlt sich an wie diese Medizinbälle aus der Schule.” Lene* nimmt meine Hand und reibt sie immer wieder über ihren kahlen Schädel. “Wenn wir so weitermachen, kommt ein Flaschengeist aus deinen Nasenlöchern”, sage ich. – “Der kann mich dann gesund machen.” – “Ja.” – “Schade, dass es Flaschengeister nicht gibt.” Lene nimmt Abschied. weiterlesen

Jürgen.

Jürgen.

Ich stand vor einer Ziegelmauer und war einigermaßen verwirrt. Es roch nach Stall, im Gebäude schräg gegenüber von mir sah ich wackelnde Pferdeöhrchen, links rankten Rosen und ein Hund lag faul in der Sonne. Hier sollte ich richtig sein? Ich rief noch einmal Die SMS auf, die mir Julian, der Bestatter von Thanatos Berlin, geschickt Jürgen. weiterlesen

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was bedeutet das?

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was bedeutet das?

Erika K. war 71 Jahre alt, als sie im Oktober 2002 eine schwere Hirnblutung bekam und infolge dessen ins Wachkoma fiel. Nur einen Monat vorher hatte sie mit ihren Kindern über Vorsorge gesprochen. Sie wolle niemals an Maschinen angeschlossen werden, nicht künstlich ernährt werden, das sagte sie ihnen. Eine schriftliche Patientenverfügung hatte sie noch nicht Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – was bedeutet das? weiterlesen

Wie spreche ich mit meinem Kind über den Tod?

Wie spreche ich mit meinem Kind über den Tod?

“Papa, wieso bewegt sich die Biene nicht mehr?” Lotte*, 4 Jahre alt, ist in die Hocke gegangen und schubbst eine starre Biene vorsichtig hin und her. “Schläft die?”, fragt sie ihren Vater. Sie befinden sich gerade auf dem Weg zum Kindergarten und David hat es eilig, da er zur Arbeit muss und schon ein bisschen Wie spreche ich mit meinem Kind über den Tod? weiterlesen